Der „Schatz“ im Keller


Eduard Hybrid Kits

Warum Eduards neue Hybrid-Kits unseren Stash wertlos machen


Plastikmodellbauer sind eine ganz besondere Spezies. Wir kaufen Bausätze nicht zwingend, um sie zu bauen. Wir kaufen sie, um sie zu besitzen. Wir horten sie. Wir lagern sie in klimatisierten Kellern und auf Dachböden. Dieser Stapel ungeöffneter Kartons – liebevoll „Der Stash“ genannt – ist unser Lebenswerk, unsere Altersvorsorge und unsere Beruhigungspille für schlechte Zeiten.

Doch der tschechische Modellbau-Gigant Eduard hat gerade eine Bombe in unsere heiligen Hallen geworfen. Die neuen Hybrid-Kits sind da. Und sie ändern alles.


Ein Ring, sie zu knechten... 

Eduard P-51 Hybrid Kit
Quelle:eduard.com


Man muss es einfach so sagen, wie es ist: Die neuen Eduard-Kits sind der Eine Ring von Sauron. Sie kamen nicht einfach so auf den Markt; sie wurden geschmiedet, um alle anderen Bausätze in den Schatten zu stellen. Mit einer unheiligen Kombination aus laserpräzisen Plastikteilen, Next-Gen-Resindetails und fotogeätzten Meisterwerken im selben Karton haben diese Kits eine Perfektion erreicht, die fast schon beängstigend ist.

Und was passiert mit uns Modellbauern? 



Eduard P-51 Hybrid Kit
Quelle:eduard.com

Sobald die Ankündigung der Hybrid-Kits im Netz die Runde macht, verengt sich unser Blick. Das rationale Denken setzt aus. Wir sitzen im fahlen Licht des Computerbildschirms, starren auf die Pre-Order-Buttons der Online-Shops und flüstern mit rauer Stimme: „Mein Schaaaaatz… Wir MÜSSEN es haben!“

Es ist uns völlig egal, ob wir schon fünf Spitfires im Schrank liegen haben. Wir brauchen genau dieses eine. Jetzt! Sofort!

Das Stash-Massaker


Mit diesen Ankündigungen im neuesten Info-Schreiben schließt sich das Netz um uns Modellbauer endgültig. Vladimír Šulc (der dunkle Herrscher von Obrnice) reibt sich wahrscheinlich lachend die Hände, während wir panisch versuchen, Platz im Stash zu schaffen.

Es gibt kein Entkommen. Das Plastik schmilzt, das Resin ruft, und die gedruckten Zahnimplantat-Fahrwerke flüstern uns im Schlaf zu.

„Wir gucken nur mal auf Strana 1, mein Schatz… nur ganz kurz gucken… AH! Schöööne Mustang! Wir MÜSSEN sie vorbestellen!“

Eduard Info Magazin  P-51 Hybrid Kit


Eduard hat unseren Stash nicht einfach nur überholt. Sie haben ihn outdated – quasi per Dekret für wertlos erklärt.

Macht es überhaupt noch Sinn, Modelle für den Stash zu kaufen?


Fragen wir uns das doch mal ganz sachlich: Macht es unter diesen Umständen noch Sinn, Modelle auf Vorrat zu kaufen, wenn die Industrie alle paar Jahre den heiligen Gral neu definiert?

Die logische, vernünftige Antwort lautet: Nein, absolut nicht. Man sollte nur das kaufen, was man als nächstes baut. Die Technologie entwickelt sich so schnell weiter, dass der Stash von heute der Plastikmüll von morgen ist.

„Schweig, sterblicher Verstand!“


Denn seien wir ehrlich: Beim Modellbau-Stash geht es nicht um Logik. Es geht um das Gefühl. Es geht um das Streicheln des Kartons. Und wer weiß, ob Sauron… Verzeihung, Eduard… diese Hybrid-Kits nicht irgendwann out of print nimmt? Was, wenn sie plötzlich weg sind? Wir können dieses Risiko einfach nicht eingehen! Haben ist besser als brauchen!


Widerstand ist zwecklos


Am Ende des Tages werden wir alle wieder schwach werden. Wir werden in die dunklen Höhlen unserer Bastelzimmer kriechen, die Kreditkarte zücken und das nächste Hybrid-Kit bestellen. Wir werden die Box zu den anderen hunderten Kartons stapeln, sie eifersüchtig vor den Blicken unserer Partner verteidigen und leise „Mein Schatz“ murmeln.

Ja, die neuen Eduard-Kits haben unsere alten Modelle entwertet. Aber sie haben uns auch ein neues Objekt der Begierde geschenkt. Und ist es nicht genau das, was ein echtes Gollum-Modellbauer-Herz braucht?

In diesem Sinne: Fröhliches Horten! Wie sieht es bei euch aus? Hat der „Eine Ring“ von Eduard auch schon euren Verstand vernebelt, oder baut ihr eure alten 109er aus Trotz erst recht? Schreibt es in die Kommentare!

5 Kommentare:

  1. This is very funny and very accurate. Albeit your analogy would make Czech Republic the Mordor and I quite like it there - so I will not support :) but otherwise I want my Prescious too!

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    1. Hello Ivan, I understand you, CZ certainly isn't Mordor, but there are forces at work there, almost magical forces, that captivate us and won't let us detail-loving model builders go... these forces draw us ever deeper into their spell... Is there a fateful mountain there where they forge their almost magical kits?

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  2. Ich baue gerade die B-25 "Strafer", die Eduard in Zusammenarbeit mit HK herausgebracht hat. Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass in diesem Bausatz alles enthalten ist und er so Andere obsolet macht. Eduard hat zwar Resin Räder, Masken und auch ein paar Ätzteile beigelegt, aber gerade letztere beziehen sich vor allem auf das Cockpit. Für die vollkommen leeren Fahrwerkschächte ist nichts dabei auch kein Visier für den Piloten und im hinteren Rumpfinnenraum sieht es noch spartanischer aus. Es fehlen der Fußboden für die Waistgunner, Visier und Munitionskästen für die selbigen und auch die Munitionszuführungen aller MGs. Für die hauseigenen Bausätze bringt Eduard so viel Zubehör auf den Markt, dass man wenn man alles kauf, gefühlt nur die Hälfte der Plastikteile benötigt. Ob das alles wirklich notwendig ist sei dahingestellt. Aber warum haben sie das dann bei der B-25 nicht gemacht, wo es wirklich notwendig und sinnvoll gewesen wäre?

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    1. Hallo Michi, die B-25 würde ich auch als "alte Generation" beschreiben. Die B-25 in 1/32 von HKM vermisst genau die gleichen Teile. Das wäre doch bestimmt machbar, einmal entwickeln und dann im entsprechenden Maßstab zu drucken. Da bin ich schon bei dir. Bei dieser "Hybrid Serie" werden die Interior-Details konsequent aus 3D-Druck erstellt und damit auf ein neues Levell gehoben. Aus der Auswahl der Flugzeuge vermute ich dass erstmal die "Highrunner" (Bf-109, FW-190 Spitfire und P-51 in 1/32) abgedeckt werden sollen. Wollen wir hoffen das die B-25 auch eines Tags bedacht wird. Wie diese Detailflut vom Durchschnittsmodellbauer dann zu meistern ist wird sich zeigen. Ich werde davon berichten wenn ich die P-51B baue.

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    2. Hallo Peter, ja, da hast Du recht. Die Fehlenden Details für die B-25 sind mir auch insofern etwas unverständlich, als das Eduard einige davon (z.B. Ätzteile für die Fahrwerkschächte) für die 1/32er Variante dieses Bausatzes hergestellt hat. Warum also nicht für die in 1/48?

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